|
Reiten und überhaupt der Umgang mit dem Pferd ist für viele Menschen faszinierend, und es scheinen immer mehr zu werden, die sich vom Mythos Pferd angezogen fühlen.
Gemeinsam ist allen Reitern der Wunsch nach Harmonie mit dem Pferd, und genau dies ist schon seit Jahrhunderten Thema der Klassischen Reitkunst. Aber wie jede Kunst ist auch
die Reitkunst nicht leicht zugänglich, denn sie fordert vom Lernenden Bereitschaft zur persönlichen Transformation.
Die Gesetzmäßigkeiten einer Kunst sind vorgegeben, sie ergeben sich aus der Natur von Mensch und Tier und haben biologische, anatomische, physikalische, geistige und
seelische Aspekte. Die Schwierigkeit liegt darin zu lernen, sich gemäß diesen Gesetzmäßigkeiten zu verhalten.
Im Erlernen, Akzeptieren und Anwenden der Gesetzmäßigkeiten verwirklicht der Kunstausübende seine Freiheit.
Das Erlernen der Kunst des Reitens setzt fachliches Wissen und persönliche Reife voarus. Aber auch wenn diese beiden Voraussetzungen erfüllt sind, gibt es noch eine riesige
Hürde: Die Kunst des Reitens erfordert körperliche Stabilität, Flexibilität und Fühlfähigkeit gleichzeitig.
Körperliche Balance in diesem umfassenden Sinn ist für die meisten Reiter schwer zu erlernen und wurde bisher noch kaum geschult.
Aber gerade in diesem Bereich liegt das größte Defizit an notwendiger systematischer Schulung.
Nun gibt es seit etwa einem Jahrhundert eine Methode, die sich mit der Optimierung menschlicher
Bewegungssteuerung befasst: die Alexander-Technik. Sie versteht sich als Kunst einer menschlichen Selbststeuerung gemäß den natürlichen, biologischen und physikalischen Gesetzmäßigkeiten und kann so allen anderen Künsten als Grundlage dienen.
Mit Hilfe dieser Methode lassen sich komplexe Zusammenhänge in der Bewegungssteuerung von Reiter und Pferd erfassen und in überschaubare Lernschritte aufschlüsseln.
Nicht nur das Pferd soll sich zur Durchlässigkeit und zum Selbsttragen hin entwickeln sondern der Reiter gemeinsam mit ihm, und dies in einer verstehbaren und
reproduzierbaren Systematik.
|